{"id":1755,"date":"2018-02-22T06:58:36","date_gmt":"2018-02-22T05:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.humaldo.tv\/?p=1755"},"modified":"2020-09-09T22:16:00","modified_gmt":"2020-09-09T20:16:00","slug":"tutorial-meine-band-will-ins-studio-worauf-sollten-wir-achten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/tutorial-meine-band-will-ins-studio-worauf-sollten-wir-achten\/","title":{"rendered":"Tutorial: Meine Band will ins Studio. Worauf sollten wir achten?"},"content":{"rendered":"<p>Gerade f\u00fcr junge Bands ist die Wahl des richtigen Studios oft nicht einfach. humaldo hilft dabei, alles richtig zu machen \ud83d\ude42 <!--more--><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit ich mit meinen Austrian Rock &amp; Metal Bands Vorstellungsvideos angefangen habe, und ich t\u00e4glich Bewerbungen von heimischen K\u00fcnstlern kriege, h\u00f6re ich mich durch sehr viel Musikmaterial. Der Gro\u00dfteil der Musik ist wirklich gut und sauber produziert, aber es sind halt leider auch immer wieder fragw\u00fcrdige Produktionen dabei, die meiner Meinung nach eher schaden als n\u00fctzen. In meinem heutigen Video m\u00f6chte ich deshalb \u00fcber das Thema Musikproduktionen sprechen und dabei vor allem jungen und unerfahrenen Bands ein paar Tipps und Ratschl\u00e4ge mit auf den Weg geben.<\/p>\n<p>Jeder, der in einer Band spielt, m\u00f6chte nat\u00fcrlich, dass die Welt von der eigenen Musik erf\u00e4hrt. Man muss seine Songs also aufnehmen, bzw produzieren und verbreiten. Fr\u00fcher, also sagen wir, vor dem Internet, war das ziemlich schwierig. Das Recording Equipment war unleistbar teuer und somit den professionellen Studios vorenthalten. Hat man also ein Album, eine EP oder eine Single recorden wollen, hat man ein Studio aufsuchen und daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen. Es hat aber noch kein Internet gegeben, hat man dann also sein Album, seine EP oder seine Single in H\u00e4nden gehalten, hat man es entweder nur selber bei Bekannten und Verwandten und auf Konzerten verteilen k\u00f6nnen, oder man hat sich bei Labels beworben. Die Chance, als Newcomer Band von einem einflussreichen Label genommen zu werden, war aber damals, genau wie heute, recht gering, weil Labels st\u00e4ndig unz\u00e4hlige Bewerbungen kriegen, aber nur die besten der besten rauspicken. Es war damals also als kleine, junge Band recht frustrierend. Entweder man hat sich eine Albumproduktion erst gar nicht leisten k\u00f6nnen, oder man hat dann das gesamte Urlaubs- und Weihnachtsgeld f\u00fcr ein Studio ausgegeben, ist aber bei keinem Label untergekommen, hat seine Musik also nicht im gro\u00dfen Stil verbreiten k\u00f6nnen und es hat erst wieder niemand von der eigenen Musik erfahren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens Anfang der 2000er Jahre ist dann das Recording Equipment so billig und das Internet so schnell geworden, dass pl\u00f6tzlich jede Band in Lage war, unabh\u00e4ngig ihr eigenes Demo zu produzieren und selbst weltweit \u00fcber das Internet zu verbreiten. Scheiss auf die Studios! Scheiss auf die Labels! Do it yourself! war von jetzt an die Devise. So gut und sch\u00f6n das ganze auch klingt, es hat aber auch seine Schattenseiten, was mich jetzt endlich zum Kernpunkt von diesem Video bringt: Erfahrung. Viele, vor allem junge Bands lassen sich gern von Technik blenden. Sie kaufen sich s\u00fcndteures State-Of-The-Art Equipment und glauben dann, dass sie damit automatisch auch State-Of-The-Art Musikproduktionen hinbekommen. Das ist ein gro\u00dfer Irrtum, weil gutes Equipment macht einem nicht automatisch zum guten Produzenten. Equipment ist immer nur Werkzeug, das bedient werden muss. Um ein guter Musikproduzent zu werden, ben\u00f6tigt es viele viele Jahre an intensiver Erfahrung. Zu verstehen und zu verinnerlichen, wie man eine Produktion gut klingen l\u00e4sst, und das Geh\u00f6r dementsprechend zu schulen, ist ein extrem langer und aufw\u00e4ndiger Prozess. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass ein guter und erfahrener Produzent mit billigem Elektromarkt Equipment bessere Produktionen verwirklichen k\u00f6nnte, als jemand Unerfahrener im besten Studio der Welt.<\/p>\n<p>Mir ist dieser Punkt deswegen so wichtig, wei ichl immer wieder beobachte, dass sich Musikern und Bands nicht dar\u00fcber im Klaren sind, dass nicht ihr neues, s\u00fcndteures Recording Equipment, sondern die Erfahrung desjenigen, der die Musik dann produziert, ausschlaggebend sind. F\u00fcr jemanden Unerfahrenen klingt ein Probemitschnitt, Livemitschnitt oder das selber zusammenschusterte Demo gleich einmal unglaublich gut, obwohl es jemanden mit Produktionserfahrung beim Anh\u00f6ren wahrscheinlich die Zehenn\u00e4gel aufstellen w\u00fcrde. Und haltet euch immer folgendes vor Augen: Ihr werdet immer mit den State-Of-The-Art Produktionen der bekannten K\u00fcnstler verglichen werden. Die Leute werden euch als Band nur ernst nehmen, wenn eure Songs so gut klingen wie Songs der gerade angesagtesten Band eures Genres. Klingt euer Material schlecht, werdet ihr von den meisten auch als schlechte Band wahrgenommen. Das ist leider Tatsache und das darf man sich nicht sch\u00f6nreden.<\/p>\n<p>Mein erster Tipp an alle Bands ist also: Wenn ihr selbst keine erfahrenen Musikproduzenten seid, dann ver\u00f6ffentlicht besser kein selbstproduziertes Material. Schon gar nicht, wenn es nicht von \u00a0jemanden mit Erfahrung abgesegnet worden ist. Das kann euch langfristig sogar sehr schaden, weil das Internet vergisst nicht. Stellt euch vor, jemand h\u00f6rt euer grottenschlechtes Demo und hakt euch sofort als \u201cMiese Band\u201d ab &#8211; Dieser Eindruck bleibt! Auch wenn 2 Jahre sp\u00e4ter euer n\u00e4chstes Studioalbum das beste Album der Welt sein wird, f\u00fcr die meisten, die euer altes Demo geh\u00f6rt haben, seid ihr immer noch eine miese Band und sie h\u00f6ren sich euer neues Album erst gar nicht an. Diesen fr\u00fchzeitigen Imageschaden kann man schwer wieder gutmachen. Bevor ihr also schlechte Aufnahmen online stellt, stellt besser gar nix online. Ihr k\u00f6nnt mit schlechtem Material nur verlieren. Das gleiche gilt f\u00fcr Probemitschnitte und am Handy mitgefilmte Liveaufnahmen. Die klingen in der Regel einfach nicht gut genug, um die Leute davon zu \u00fcberzeugen, dass ihr die geilste Band der Welt seid. Und ich spreche aus Erfahrung, weil ich damals mit meiner eigenen Band den gleichen Fehler gemacht habe. Wir haben als junge Band nat\u00fcrlich auch den Drang versp\u00fcrt, so schnell wie m\u00f6glich unsere neuen Songs der Welt zu pr\u00e4sentieren. Nur waren die Probemitschnitte halt Schei\u00dfe und haben uns eher Mitleid anstatt Anerkennung eingebracht.<\/p>\n<p>Mein zweiter Tipp kann also nur einer sein: Wenn ihr euch bereit dazu f\u00fchlt, euer Material der Welt zu zeigen, dann sucht professionelle Unterst\u00fctzung. Im Idealfall ist das ein Studio mit einem erfahrenen Produzenten. Wenn ihr das Geld f\u00fcr so eine Produktion nicht habt, dann kann man nat\u00fcrlich auch die Homerecording Schiene fahren, aber sucht euch daf\u00fcr jemanden mit vielen Jahren an Erfahrung, der euch dabei unterst\u00fctzt! Und seid euch immer dar\u00fcber im Klaren, dass Qualit\u00e4t einfach ihren Preis hat. Billig oder gratis ist so gut wie IMMER scheisse. Und wenn ihr wirklich niemanden kennt, der euch helfen k\u00f6nnte, dann bleibt euch noch die reine Eigenproduktion. Wenn ihr Anf\u00e4nger seid, dann seid euch aber im Klaren dar\u00fcber, dass ihr extrem viel Zeit in eure Produktion stecken werdet, weil ihr die ganzen Erfahrungen erst machen m\u00fcsst, die ein erfahrener Produzent in den letzten 10 Jahren bereits tausendemale gemacht hat. 500 Stunden steckt man als Anf\u00e4nger leicht mal in so eine Eigenproduktion, die ein erfahrener Produzent in weniger als 50 Stunden erledigt h\u00e4tte, und das noch mit einem viel besserem Ergebnis.<\/p>\n<p>Mein dritter Tipp dreht sich jetzt darum, wie ihr denn als unerfahrene Band \u00fcberhaupt ein gutes Studio und einen guten Produzenten findet. Weil das Equipment inzwischen so g\u00fcnstig ist und es unz\u00e4hlige Schulen und Ausbildungsm\u00f6glichkeiten gibt, die Tontechnik unterrichten, gibt es nat\u00fcrlich auch extrem viele \u201cM\u00f6chtegernproduzenten\u201d da drau\u00dfen, die um die Gunst der Bands buhlen. Viele davon sind sicher talentiert und kompetent, viele davon aber halt auch eher nicht so gut. Wie erkennt ihr aber, wer gut ist und wer nicht? Wie entscheidet ihr, wer euch die beste Qualit\u00e4t liefern kann?<\/p>\n<p>Ein Wort: Referenzen. H\u00f6rt euch die Referenzen des Studios oder des Produzenten an, die zu eurem Genre passen. Dabei m\u00fcsst ihr euch im Klaren sein, dass nicht jeder Produzent jede Art von Musik gleich gut hinbekommt. Ich habe immer wieder erlebt, wie junge Rock und Metal Bands ein lokales Studio gebucht haben, das vorher aber ausschlie\u00dflich Schlager, Pop und Volksmusik produziert hat. Vollkommen verschwendetes Geld, die Ergebnisse waren n\u00e4mlich so gut wie immer v\u00f6llig unbrauchbar. Ich rate also davon ab, in ein Studio zu gehen, das euch keine Referenzen in eurem Genre vorweisen kann. Und lasst euch bitte nicht von der technischen Ausstattung des Studios blenden. Auch wenn dort noch so viele blinkende, leuchtende und auf Hochglanz polierte Ger\u00e4te herumstehen, das ist alles keine Garantie daf\u00fcr, dass der Produzent euer Musikgenre versteht und produzieren kann. Die Erfahrung von einem Produzenten macht mindestens 95% der Qualit\u00e4t einer Produktion aus. Die technischen Ger\u00e4te sind letzten Endes keine Wunderwaffen, sonder immer nur Werkzeuge, die richtig eingesetzt werden m\u00fcssen. Das gleiche gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr euren guten Bekannten, der gerade Tontechnik studiert, sich daheim ein kleines Studio eingerichtet hat und euer Album recorden will. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich gilt also die einfache Regel: Kann jemand keine Referenzen vorweisen, dann seid auf der Hut! Wenn ihr euch aber denkt, Scheiss drauf, wir riskierens, dann schaut wenigstens darauf, dass euch preislich entgegengekommen wird. Und rechnet damit, dass euer neues Demo bzw euer Album h\u00f6chstwahrscheinlich lediglich \u201cganz ok\u201d werden wird, aber niemanden vom Hocker rei\u00dft. Die Leute werden euch n\u00e4mlich immer an den Hochglanzproduktionen eures Genres messen, vergesst das nie.<\/p>\n<p>In einem meiner letzten Videos habe ich \u00fcbrigens gezeigt, wie man mittels eines \u201cReferenzvergleichs\u201d schnell und einfach \u00fcberpr\u00fcfen kann, wie gut eine Musikproduktion jetzt eigentlich wirklich klingt. Ich empfehle es euch, den gleichen Vergleich auch mit dem Referenzmaterial von Tonstudios zu machen. Habt ihr vor, ein Studio zu buchen, dann besteht darauf, dass euch das Studio Referenz-Songs als Audiofiles bereitstellt, die dort produziert worden sind, und vergleicht es mit Produktionen aus eurem Musik Genre. Nur so k\u00f6nnt ihr absch\u00e4tzen, ob des Studio, oder eben euer Bekannter, der gerade Tontechnik studiert, \u00fcberhaupt in der Lage ist, eure Art der Musik zu produzieren. Und seid vorsichtig, wenn euch der Produzent in sein Studio einl\u00e4dt, und euch seine Referenzen dort \u00fcber sein Equipment pr\u00e4sentiert. Dort wird das Material n\u00e4mlich ziemlich sicher extrem gut und beeindruckend klingen, was aber noch kein Garantie daf\u00fcr ist, dass es sich in eurem billigen Autoradio und \u00fcber eure Hi-Fi Lautsprecher bei euch daheim auch genauso gut anh\u00f6rt. Eine gute Musikproduktion ist nat\u00fcrlich von vielen Faktoren abh\u00e4ngig, auf die ich in diesem Video nicht n\u00e4her eingehen kann. Wenn ihr zB eine totale Anf\u00e4ngerband seid, die kaum ihre Instrumente beherrscht und nur billiges Equipment hat, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass eure Musikproduktion qualitativ an die der gro\u00dfen Superstars rankommen wird.<\/p>\n<p>Das wars mit meinem Tipps und Ratschl\u00e4gen zum Thema Demo und Albumproduktion, ich hoffe, das Video war hilfreich f\u00fcr euch. Das ganze ist halt meine pers\u00f6nliche Meinung und wenn ihr die Dinge anders seht, oder weitere Tipps und Ratschl\u00e4ge habt, dann w\u00fcrde ich mich sehr \u00fcber eine Diskussion unten im Kommentarbereich freuen!<\/p>\n<p>Danke f\u00fcrs Vorbeischauen und bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade f\u00fcr junge Bands ist die Wahl des richtigen Studios oft nicht einfach. humaldo hilft dabei, alles richtig zu machen \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1758,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"video","meta":{"footnotes":""},"categories":[144,1,24,37,54],"tags":[58,57,59],"class_list":["post-1755","post","type-post","status-publish","format-video","has-post-thumbnail","category-144","category-video","category-artikel","category-rock-metal","category-slider","tag-metal","tag-rock","tag-rock-metal","post_format-post-format-video"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1755"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1911,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1755\/revisions\/1911"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}