{"id":1284,"date":"2017-11-16T09:59:04","date_gmt":"2017-11-16T08:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.humaldo.tv\/?p=1284"},"modified":"2020-09-09T22:16:52","modified_gmt":"2020-09-09T20:16:52","slug":"schickt-ihm-doch-nichts-mehr-zu-eine-reaktion-auf-den-artikel-im-alpenfeuilleton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/schickt-ihm-doch-nichts-mehr-zu-eine-reaktion-auf-den-artikel-im-alpenfeuilleton\/","title":{"rendered":"Schickt ihm doch nichts mehr zu! \u2022 Eine Reaktion auf den Artikel im Alpenfeuilleton"},"content":{"rendered":"<p>humaldo macht sich Gedanken \u00fcber einen Artikel, der neulich im Alpenfeuilleton erschienen ist.<!--more--><\/p>\n<p>\u274d <a href=\"http:\/\/www.alpenfeuilleton.at\/2017\/11\/kleingeist-und-groessenwahn-110\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.alpenfeuilleton.at\/2017\/11\/kleingeist-und-groessenwahn-110\/<br \/>\n<\/a>\u274d **<strong>UPDATE<\/strong>** Die Reaktion auf mein Video &#8211;\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.alpenfeuilleton.at\/2017\/11\/kleingeist-und-groessenwahn-112\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.alpenfeuilleton.at\/2017\/11\/kleingeist-und-groessenwahn-112\/<\/a><br \/>\n\u274d <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/afeu.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.facebook.com\/afeu.at<\/a><br \/>\n\u274d <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ALPENFEUILLETON\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/twitter.com\/ALPENFEUILLETON<\/a><\/p>\n<p>Letzte Woche ist im \u00f6sterreichischen Online Magazin ALPENFEUILLETON ein Beitrag erschienen, der in meiner Social Media Blase f\u00fcr ein klein wenig Aufregung gesorgt hat. Der Autor spricht in dem Beitrag die \u00dcberst\u00e4ttigung des Musikmarkts an, ein Thema, das mich pers\u00f6nilch auch schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt. Der Beitrag hat vor allem deswegen f\u00fcr Diskussionen gesorgt, weil ihn der Autor sehr polemisch aufgezogen hat, wodurch leider das eigentliche Kernthema ein bisschen zu kurz gekommen ist. Aber schauen wir uns den Artikel mal an:<\/p>\n<p>Er ist in der Rubrik \u201cMeinung\u201d &#8211; \u201cKleingeist und Gr\u00f6\u00dfenwahn\u201d erschienen und der Titel lautet \u201cBitte schickt mir nicht mehr unaufgefordert CDs zu, denn ich h\u00f6re sie mir nicht mehr an. Unser Kolumnist hat genug. Genug Musik geh\u00f6rt. Genug Konzerte gesehen.\u201d Der Autor schildert im ersten Absatz seine pers\u00f6nliche Ohnmacht, mit der Flut an unaufgefordert von Labels eingesandten CDs und H\u00f6rproben zurecht zu kommen. Fr\u00fcher hat er sich noch brav durch alles durchgeh\u00f6rt, aber inzwischen wirft er alle Pakete unge\u00f6ffnet in den M\u00fcll und Mails mit H\u00f6rproben klickt er nicht einmal an. Das hinterl\u00e4sst beim Lesen vor allem deswegen einen seltsamen Beigeschmack, weil im Impressum vom ALPENFEUILLETONS offiziell eine Post Adresse zum Einsenden von \u201cH\u00f6r- und Leseproben\u201d auffindbar ist.<\/p>\n<p>Der Autor beschreibt dann die unfassbare Langeweile und den \u00dcberdruss, den ihm solche Einsendungen vermitteln. Am liebsten w\u00fcrde er den Absendern bissige und belehrende Antworten zur\u00fcckschreiben, was er aber gl\u00fccklicherweise dann doch nicht macht. Nach dieser sehr pers\u00f6nlichen und emotionalen Einleitung wird der Artikel etwas sachlicher, und der Autor schildert die seiner Beobachtung nach aktuelle Situation von kleinen und gro\u00dfen Musik Labels. W\u00e4hrend die gro\u00dfen Labels opportunistisch massentaugliche Stangenware produzieren, um ihr eigenes \u00dcberleben zu sichern, entstehen im Untergrund immer mehr kleine, so genannte \u201cLiebhaber Labels\u201d, die Nischenmusik f\u00fcr sehr \u00fcberschaubare und eng eingegrenzte Zielgruppen ver\u00f6ffentlichen. Diese Zielgruppen bestehen meistens aus Gleichgesinnten, die kaum Ber\u00fchrungspunkte au\u00dferhalb des eigenen Horizonts haben.<\/p>\n<p>Er sieht in diesen kleinen Labels und ihren Nischen die Gefahr, dass deren Musik mehr und mehr selbstreferenziell wird und man sich immer tiefer ausschlie\u00dflich ins eigene Genre verstrickt und deswegen die Musik letztendlich langweilig und beliebig wird. Das hat, laut ihm,\u00a0 zur Folge, dass immer mehr Musik f\u00fcr immer kleinere und immer abgeschlossenere Zielgruppen produziert und ver\u00f6ffentlicht wird, was letztendlich zu immer gleicheren, immer beliebigeren und immer langweiligen Ergebnissen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Abschnitt greift der Autor die Er\u00f6ffnungsaussage vom Beitrag wieder auf und pr\u00e4sentiert diese als L\u00f6sungsansatz f\u00fcr diese Probleme. Er ist der Meinung, dass man sich als verantwortungsbewusster Kritiker nicht von der schieren Masse an von Plattenfirmen zugeschickten Alben und H\u00f6rproben einsch\u00fcchtern lassen soll. Als Kritiker f\u00fchlt man sich n\u00e4mlich oft verpflichtet dazu, den kleinen und neuen Bands so gut es geht eine m\u00f6glichst gro\u00dfe B\u00fchne zu bieten, unabh\u00e4ngig davon wie deren Qualit\u00e4t ist. Er sieht dieses Pflichtbewusstsein aber f\u00fcr falsch an, weil es f\u00fcr ihn nicht die Verantwortung des Kritikers ist, den Bands das \u00dcberleben zu sichern. Seine Pflicht ist es, die relevanten und herausragenden Perlen aus dem riesigen Haufen der Neuerscheinungen herauszupicken und dem Belanglosen und Uninteressanten keine Beachtung zu schenken.<\/p>\n<p>Das war einmal der Inhalt von dem Artikel. Im gro\u00dfen und ganzen finde ich die Aufforderung vom Autor, sich auf die Perlen zu konzentrieren, und dem Rest keine B\u00fchne zu bieten, nicht so schlecht. Das w\u00fcrde sehr dazu beitragen, die allgemeine \u00dcbers\u00e4ttigung, die \u00dcberschwemmung mit neuen Bands und neuen Ver\u00f6ffentlichungen ein bisschen einzud\u00e4mmenund die gef\u00fchlte Qualit\u00e4t w\u00fcrde auch ein bisschen steigen. Die neuen Bands m\u00fcssten sich wirklich anstrengen und hart an sich arbeiten, bis sie relevant genug f\u00fcr eine ernstzunehmende Rezension sind. Von Bands, die erst zwei Monate zusammenspielen und gerade mal ihre Instrumente stimmen k\u00f6nnen, aber schon ihre erstes Eltern-finanziertes Album ver\u00f6ffentlicht haben, und die vielleicht sogar glauben, sie w\u00e4ren die neuen Superstars, von denen w\u00fcrde man dann vielleicht ein bisschen weniger mitkriegen.<\/p>\n<p>Das Problem mit dem Artikel ist aber, dass sich der Autor in einen Widerspruch verstrickt, der die eigentlich recht vern\u00fcnftige\u00a0 Grundaussage \u00fcberschattet und in den Hintergrund treten l\u00e4sst. Er redet, fast schon stolz, davon, dass er sich keine neuen Zusendungen mehr anh\u00f6rt, weil er in seiner Laufbahn eh schon genug, sogar viel zu viel gesehen und geh\u00f6rt hat. \u201cSchickt mir nichts mehr zu, ich h\u00f6re es sowieso nicht an\u201d ist ja sogar der Titel von dem Artikels. In seinem L\u00f6sungsansatz etwas sp\u00e4ter schreibt er aber, dass man die Spreu vom Weizen trennen muss. Nur wie er das macht, ohne dass er sich die Zusendungen der Labels zumindest kurz anh\u00f6rt, das verr\u00e4t er in dem Artikel aber nicht.<\/p>\n<p>Um dahinter zu kommen, muss man die Kommentare unter dem Artikel und auf Facebook durchforsten, dort meldet er sich n\u00e4mlich ein paar Mal zu Wort und kl\u00e4rt auf, was er im Artikel unangesprochen l\u00e4sst: Er rezensiert n\u00e4mlich fast ausschlie\u00dflich nur Bands und Alben, die sich selbst privat gekauft hat und die er selbst schon am Radar hat und die au\u00dferdem seinem pers\u00f6nlichen Geschmack entsprechen. An unaufgeforderte Einsendungen hat er also \u00fcberhaupt gar kein Interesse.<\/p>\n<p>Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem von dem Artikel. Als Leser geht man davon aus, dass es zu den Aufgaben und Pflichten eines Journalisten geh\u00f6rt, dass der sich mit der jeweiligen Materie umfassend besch\u00e4ftigt. Und dazu geh\u00f6rt eben auch, dass er sich durch diese unz\u00e4hligen Einsendungen durchw\u00fchlt um die wenigen Perlen \u00fcberhaupt herauspicken zu k\u00f6nnen. Wenn die zeitliche Kapazit\u00e4t dazu nicht reicht, sich durch diese Menge durchzuarbeiten, ist das aber auch verst\u00e4ndlich und eigentlich eh v\u00f6llig in Ordnung. Auf der anderen Seite\u00a0 ist es aber nat\u00fcrlich auch in Ordnung, wenn ein Kritiker seinen journalistischen Fokus eingrenzt.<\/p>\n<p>Er muss es dem Leser nur richtig kommuniziert! Und das ist in dem Artikel einfach nicht passiert. Man h\u00e4tte daf\u00fcr eigentlich den Titel, beibehalten k\u00f6nnen, und nur diesen ersten Er\u00f6ffnungssatz \u00e4ndern m\u00fcssen: \u201cBitte schickt mir nicht mehr unaufgefordert CDs zu, denn ich schreibe ohnehin nur dar\u00fcber, was ich pers\u00f6nlich kenne und mag. Au\u00dferdem habe ich andere Quellen, neues Material zu entdecken.\u201d Das w\u00e4re ehrlicher gewesen, h\u00e4tte wahrscheinlich ein wenig Verwirrung und \u00c4rger erspart und die Leser h\u00e4tten sich unabgelenkt auf die Grundaussage vom Artikel konzentrieren k\u00f6nnen. Aber es w\u00e4re wahrscheinlich aber auch nicht ganz so sexy gewesen und h\u00e4tte wahrscheinlich auch nicht ganz so viele Aufmerksamkeit eingebracht.<\/p>\n<p>Was ist nun mein pers\u00f6nliches Fazit?<\/p>\n<p>Mit der Ausf\u00fchrung \u00fcber die selbstreferenziellen Bands und deren Zielgruppen kann ich ehrlich gesagt nur wenig anfangen, weil ich pers\u00f6nlich auch nicht viel Erfahrung auf diesem Gebiet habe. Vielleicht habe ich deswegen den Artikel gar nicht richtig verstanden und sogar falsch interpretiert? Vielleicht muss man selbst ein Redakteur sein, der jeden Tag aufs Neue in unaufgeforderten Einsendungen erstickt. Ich pers\u00f6nlich sehe die ganze Sache halt eher aus der Sicht des interessierten Konsumenten, der selber aber auch recht tief in der Underground Musikszene drin steckt, aber ohne selbst in einer Band zu spielen oder ein Label zu betreiben.<\/p>\n<p>Der restlichen Grundaussage stimme ich aber grunds\u00e4tzlich zu. Es gibt zu viele Bands mit leider zu vielen irrelevanten Ver\u00f6ffentlichungen, die einen tagt\u00e4glich ununterbrochen \u00fcber Facebook und anderen Sozialen Medien zuspammen. Aus journalistischer Sicht macht es keinen Sinn, zus\u00e4tzlich dann zur Social Media \u00dcberflutung dann auch noch wirklich ausnahmslos \u00fcber alles zu berichten, das ver\u00f6ffentlicht wird. Ich stimme dem Autor darin zu, dass es nicht die Pflicht eines Journalisten ist, die Bands nur deswegen zu unterst\u00fctzen, weil sie Indie und\/oder Newcomer sind. Ich bin auch seiner Meinung, dass man der Szene wahrscheinlich sogar einen Gefallen tut, wenn man nur den herausragenden K\u00fcnstlern und deren Ver\u00f6ffentlichungen eine professionelle B\u00fchne bietet, aber \u00fcber das Unterdurchschnittliche und des noch Unausgereifte einfach nicht berichtet.<\/p>\n<p>Leider verschwinden alle diese Aussagen in dem Artikelhinter ein paar polemischen \u00c4u\u00dferungen und bei den Meisten bleibt nach dem Lesen vermutlich nur in Erinnerung, dass da irgendein jammernder Redakteur von irgendendeinem Internetblog zu arrogant, zu selbstverliebt ist, um sich gewissenhaft mit der Musikszene auseinanderzusetzen. Und das ist ziemlich schade, weil es war sicherlich nicht die Absicht vom Autor, das zu erreichen.<\/p>\n<p>Und was sagt ihr dazu? Soll ein Musik Journalist \u00fcber alles berichten, das auf den Markt kommt, oder soll er nur das Beste herauspicken? Und weil mich das Thema sowieso schon lange besch\u00e4ftigt, wie empfindet ihr die \u00dcbers\u00e4ttigung der Musikszene? Habt ihr eine Idee, wie man damit am besten umgehen sollte? Oder findet ihr vielleicht sogar, dass die Szene gar nicht so \u00fcbers\u00e4ttigt ist, wie mir das vielleicht vorkommt?<\/p>\n<p>Schreibt es mir auf jeden Fall bitte unten in die Kommentare, ich freu mich schon darauf, mit euch dann dar\u00fcber zu diskutieren!<\/p>\n<p>Das wars auch schon wieder f\u00fcr heute, wenn es euch gefallen hat, dann surft doch gern auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/humaldo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">meinem Kanal<\/a> und\/oder auf meiner Website \u201c<a href=\"http:\/\/www.humaldo.tv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.humaldo.tv<\/a>\u201d vorbei, das w\u00fcrde mich extrem freuen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Danke f\u00fcrs Vorbeischauen\u00a0 und bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p>Metal, oida!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>humaldo macht sich Gedanken \u00fcber einen Artikel, der neulich im Alpenfeuilleton erschienen ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1665,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"video","meta":{"footnotes":""},"categories":[145,1,24,37,54],"tags":[],"class_list":["post-1284","post","type-post","status-publish","format-video","has-post-thumbnail","category-145","category-video","category-artikel","category-rock-metal","category-slider","post_format-post-format-video"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1284"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1916,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions\/1916"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chronerion.com\/humaldotv\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}